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(2003) New Media NRW


Von Duisburg nach Kalifornien

Glück oder Können? Mitte 2003 ging bei Martin Tazl eine E-Mail aus Kalifornien ein. Frei übersetzt stand da folgendes drin: "Tag, wir sind die Managementfirma von Limp Bizkit und möchten, dass Du die neue Website für die Band machst." Fred Durst, Sänger und Frontman der Band surft oft und viel im Internet und war auf die Arbeit von Tazl eben aufmerksam geworden. Zufall, klar. Oder auch nicht: Denn Tazl hat jahrelang hunderte von Designs als Desktop-Hintergründe ins Netz gestreut.

Woran arbeiten Sie gerade?

Ich habe gerade mit meinem Partner die Agentur TazlThielen Kommunikation in Duisburg gegründet und zur Zeit beschäftigen wir uns damit, eine weltweite Image-Kampagne für Limp Bizkit zu realisieren. Die Kampagne heißt "It´s Cool To Be A Hater" und funktioniert sozusagen "per Knopfdruck" in allen Ländern des Planeten. Eine einzigartige Sache, da es so eine Idee noch nie für eine Band oder Entertainer gegeben hat.

Warum haben Sie Ihren heutigen Beruf gewählt?

Weil es schon immer mein Hobby war und weil ich als kleines Kind schon wie wild gezeichnet habe. Es war naheliegend, dass ich mir im gestalterisch-kreativen Bereich was suchen mußte. Und als ich einfach nur Comic-Zeichner werden wollte, wurde ich unter widrigen Umständen in die Werbung gelockt. Und ich hab´s sehr schnell lieben gelernt.

Was lieben, was hassen Sie an Ihrem Job?

Ich liebe das was ich tue. Das sind verdammt viele und auch sehr unterschiedliche Sachen. Aber es gibt für mich nichts zu hassen.

Welcher Moment war der bisher schwierigste in ihrer bisherigen Karriere?

Die Durchhalte-Power in meiner Ausbildungszeit, als ich in einer schäbigen Duisburger Agentur für Gas, Wasser, Sch... mit der Faust in der Tasche unmenschliches Verhalten ertragen musste bis ich mich befreit habe.

Beschreiben Sie einen Menschen, der Sie im Beruf besonders geprägt hat?

Da kann ich keine einzelne Person nennen. Es gibt aber verschiedene Menschen, die mich in unterschiedlicher Art beeindruckt haben, von denen ich mir auch gewisse Dinge zu Herzen genommen habe. Dies waren aber meist Leute aus anderen Branchen oder Umfeldern.

Beschreiben Sie Ihre Arbeitsweise.

Gut, kreativ, effizient, schnell, netzwerk-orientiert.

Was würden Ihre Kollegen oder Mitarbeiter von Ihnen sagen?

"Dem fällt immer was Neues ein" / "Natürlich kennt der auch was anderes außer Orange" / "Oooch, muß das heute noch sein ..?" / "Tazl, schmeiß nicht wieder die Tasse um!"

Welche Technologie hat Sie besonders enttäuscht? Warum?

1. Internet auf dem Handy ... immer noch nicht das was es sein soll - noch lange nicht.

2. Newton - weil diese unglaublich geile Technologie von Apple vor Jahren leider eingestellt wurde. Ich benutze mein Message Pad noch heute.

Worauf freuen Sie sich heute (oder nächste Woche)?

Ich freue mich über jeden Tag, weil jeder Tag ein Zeichen ist, dass es nach vorne geht. Stillstand ist unerträglich.


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