Ausgewählter Artikel

Buch: "Innovation durch Injunktion" (2004)

12.08.2004

 

 

Winfried W. Weber

INNOVATION DURCH INJUNKTION

Über die Resonanz deutschsprachiger Führungskräfte auf den Managementphilosophen Tom Peters

Verlag Sordon, Göttingen

Mehr Infos unter www.managementdenker.de

Auszug aus Kapitel 10 :

Martin Tazl, freiberuflicher Webdesigner, erhält Anrufe wie diesen: "Hi, hier ist der Manager von Limpbizkit. Hast Du Bock, unsere Homepage zu gestalten?" Dass sich eine der erfolgreichsten Nu-Metal-Combos bei einem Freelance- Designer aus Duisburg meldet, ist das Ergebnis harter Arbeit. Wie war die erfolgreiche US-Band mit 30 Millionen verkauften Platten ausgerechnet auf ihn gekommen? Der Manager klärte ihn auf: "Fred lädt sich schon seit einiger Zeit Bildschirmhintergründe von Deiner Homepage. Er ist ein richtiger Fan von Dir." Ein Freund von Fred hatte ihm die Seite empfohlen, auf der Tazl neben seiner Arbeit auch kostenlose Desktop-Screens anbietet, entstanden auf seinem Mac. Der Laptop steht in Tazls Wohnzimmer, seinem Arbeitsplatz, dessen Einrichtungs-Stil an den 70er Jahre-Filme erinnert, an Clockwork Orange von Stanley Kubrick und der Schattentänzerin von James Bond. Tazl machte nach einem geschmissenen Abitur erst eine Ausbildung als Druckvorlagenhersteller und entwarf schon damals Designs für Internet-Seiten. Schließlich leitete er die Kreativabteilungen verschiedener Multimedia-Agenturen bis er sich nach deren Insolvenz selbständig machte. Tazl liest Peters, um Bestätigung für seinen Weg des Brand you zu finden. Diese Peters-Idee und die Re-inventing Work Kampagne haben es Tazl angetan. Peters „Brand you - fifty ways to transform yourself from an  ́employee ́ into a brand that shouts distinction, commit- ment and passion" hat in Deutschland keinen der alten, ergrauten Peters-Fans mehr wirklich interessiert, „zu abge- dreht", so der Tenor. Aber bei der Generation der unter Dreißigjährigen traf Peters mit dem kleinen Büchlein den Nerv. Auf seiner Homepage veröffentlicht Tazl stolz den Kommentar von www.tompeters.com: "We had the wonderful opportunity to check out your web site, and WOW! you have truly created a Brand for yourself - You are a person that ROCKS!" Tazl machte im Zeitraffer seine Erfahrungen in der Hype-Phase der Internetära, "als überall das Godzilla-Syndrom herrschte und wir alle drei Wochen um 100% Mitarbeiter wuchsen." Nach dem Scheitern der Firmen setzte er auf das Überleben als Marke, holte sich bei Tom Peters manche Anregung und machte sich selb- ständig. Tazl engagierte sich fortan für Projekte, die ihn als Marke profilierten. Er baut konsequent ein Netzwerk mit gleichgesinnten Designern auf ("You are your rolodex!"), gestaltet Bildschirmhintergründe, die weltweit ihre Fans fin- den und gibt seine eigene online-Zeitschrift Orangeflow (www.orangeflow.com) heraus, im Grunde eine Duisburger Inkarnation der Idee von Peters: Brand You, erfinde Dich, konzentriere Dich auf das, wofür Du Dich ganz einsetzen kannst, gründe ein eigenes cooles Unternehmen "Me & Co", selbst wenn Du jung bist und noch auf einer Gehaltsliste stehst. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Seit dem Limpbizkit-Leader Fred Durst auf seiner Website ein Lob über Tazl platzierte ("a sick web designer from Germany") kommen Aufträge aus aller Welt herein und sein 50

Quadratmeter großes Wohnbüro reicht nicht mehr für eine Firmenausweitung.

[1] vgl. Jam! Jugendmagazin, 14.01.2004 und Marc Winkelmann, "Tazl im Glück", siehe www.spiegel.de

 

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