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(2012) WAZ


Sauerland-Gegner wollen OB mit Flashmob aus dem Amt tanzen

10.02.2012 - 09:00 Uhr

„Let’s do the handshake-dance“ – mit dieser Botschaft fordern Sauerland-Gegner zum Abwahl-Flashmob auf. Bei der Sauerland-Karikatur von Martin Tazl sollen sich die Teilnehmer typische Gesten abgucken. Zeichnung: Martin Tazl

Foto: Martin Tazl

„Let’s do the handshake-dance“ – mit dieser Botschaft fordern Sauerland-Gegner zum Abwahl-Flashmob auf. Bei der Sauerland-Karikatur von Martin Tazl sollen sich die Teilnehmer typische Gesten abgucken. Zeichnung: Martin Tazl

Duisburg. „Duisburg tanzt den OB aus dem Amt“ lautet die Botschaft eines Flashmobs, zu dem Sauerland-Gegner auffordern. Sie hoffen auf dutzende (verkleidete) OB-Sauerland-Doppelgänger. Sie sollen ihn am Sonntag vor dem Duisburger Rathaus mit Sauerland-typischen Gesten imitieren.

Wenn es nach dem Duisburger Designer und Karikaturisten Martin Tazl geht, wird Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland am kommenden Sonntag nicht nur abgewählt, sondern auch von einer Horde Doppelgänger „aus dem Amt getanzt“. Bei Facebook und in einem Youtube-Video (siehe Textende) fordern er und seine Mitstreiter für den kommenden Abwahl-Sonntag, 15.30 Uhr, zum Sauerland-Flashmob auf den Rathaustreppen auf. „Wir haben uns gedacht, wie cool es doch wäre, wenn da 30 bis 50 kleine Bürgermeister den Sauerland geben“, so Tazl.

Die erdachte Choreographie ist einfach: „Alle rauf auf die Rathaustreppen, schockierenden Gesichtsausdruck, dicke Backen und abwinkende Handbewegung auflegen“, heißt es in der Facebook-Ankündigung. Jeder kann mitmachen, Hauptsache das Doppelgänger-Outfit sitzt, so Flash-Mob-Ideengeber Tazl. Wer keinen Bart hat, malt oder klebt ihn auf, Anzug an, fertig sei das Sauerland-Double. Fast: Denn unverzichtbar sei vor allem die in Tazls Augen für Sauerland so typisch gewordene Geste: „Dieses abwiegelnde Händeschütteln von Sauerland, das kennt doch mittlerweile jeder in Deutschland.“

Tazl will mit Humor möglichst Menschen zur Abstimmung mobilisieren

In Tazls Augen haben „diese Hände viel zu lange geschüttelt“, wie es in dem Internet-Werbeclip für den Flashmob heißt. Deshalb engagiert sich Tazl gleich mit zahlreichen kreativen Beiträgen für die Abwahl von Adolf Sauerland. Er erfand „den kleinen Bürgermeister“, den Oberbürgermeister als karikaturistische Witzfigur – mit Malbuch, Computerspiel und eigener Homepage. Kritikern seiner Satire entgegnet Tazl: „Hässliche Dinge umgeben uns doch schon genug. Dem muss man auf humorvolle Art und Weise begegnen.“ Er will, dass die Leute sich über seine Aktionen im Abwahlkampf freuen. Denn mit Humor erreiche man die Leute immer noch am besten.

Pöbeleien beim Abwahl-Flashmob absolut unerwünscht

Denn letztendlich geht es ihm doch um ein ernstes Unterfangen: Er will, dass Duisburg aufsteht und den Bürgermeister am kommenden Sonntag abwählt. Dass das gelingen wird, daran hat er keinen Zweifel: „Das wird ‘ne saubere Quittung am Sonntag.“ Seit Mittwochabend haben bei Facebook bisher erst 30 Flashmob-Teilnehmer zugesagt. Dass es mehr werden, hofft Tazl. Noch wichtiger aber sei: „Es muss friedlich bleiben. Pöbeleien sind absolut unerwünscht.“

OB Sauerland als Karikatur

Martin Tazl zeichnet OB Adolf Sauerland als "Der Kleine Bürgermeister". Sein jüngster Streich: das Computerspiel "Tortenwerfen".

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Martin Tazl zeichnet OB Adolf Sauerland als "Der Kleine Bürgermeister". Sein jüngster Streich: das Computerspiel "Tortenwerfen".

Foto: Martin Tazl

Neues vom kleinen Bürgermeister: In diesem Comicstrip greift Martin Tazl Adolf Sauerlands Werben um die Stimmen der türkischen Migranten in Duisburg auf.

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Neues vom kleinen Bürgermeister: In diesem Comicstrip greift Martin Tazl Adolf Sauerlands Werben um die Stimmen der türkischen Migranten in Duisburg auf.

Foto: Martin Tazl


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