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02.12.2004

 

Mitmach - Kampagne

 

„It`s cool to be a hater“ heißt die Kampagne, die TazlThielen Kommunikation aus Duisburg für die Rockband Limp Bizkit entwickelte. Fans aus aller Welt laden sich unter www.limpbizkit.com eine 12-seitige PDF-Datei herunter, drucken sie aus, kleben die Seiten  zu einem Banner zusammen und lassen sich damit samt ausgestrecktem Mittelfinger an irgendwelchen Plätzen auf der Erde ablichten. Die Fotos dieser Fans mit Liebe zum Hass werden dann auf der Site in einer Galerie ausgestellt. Zumindest Nicht-Rockfans dürften das etwas erklärungsbedürftig finden.

Also: Die Band Limp Bizkit ist längst eine Legende und hat bereits mehr als 50 Millionen Platten verkauft. Chef und Sänger ist Fred Durst, der sich stets mit ausgestrecktem Mittelfinger präsentiert. „Er ist einer  der meistgehassten und „vergöttertsten  Musiker“, erklärt Martin Tazl, „und es gibt ganze Fred-Durst-Hass-Sites. Deshalb war unsere Idee:

Wir drehen den Spieß um: Wenn ihr glaubt, uns hassen zu müssen, hasse wir euch auch.“ Aber wie diese Idee verbreiten? „Ich habe überlegt, was man im Internet lostreten kann, das nichts kostet und in allen Ländern  funktioniert - da kam mir der Gedanke, die Fans bei der Kampagne mitmachen und ihre Gesichter zeigen zu lassen.“ Und das war ein Treffer ins Schwarze, denn die Fans lieben es offensichtlich, sich auf diese Weise mit Limp Bizkit solidarisch zu erklären.

Martin Tazl nahm im Vorfeld mit Fan-Site-Betreibern Kontakt auf, etwa in Brasilien, wo das größte Fanforum sitzt. „Die haben gleich hunderte von Fotos geschickt, sie würden für Limp Bizkit ihre Mutter verkaufen.“ Inzwischen erhält er Bilder von Fans mit Bannern aus aller Welt - seine Firma ist die Anlaufstelle, die sie dann ins Netz lädt. Dabei muss das eine oder andere auch ausgemustert werden: „Wir bekamen zum Beispiel auch von einem Soldaten aus dem Irak eine Aufnahme in voller Kampfmontur, mit ausgestrecktem Mittelfinger, Maschinengewehr und dem Banner „It`s cool to be a hater“ - das geht natürlich nicht“, so Tazl. Ansonsten helfen die Fans allerdings emsig mit, die Bandbotschaft linientreu zu verbreiten.

 

 

Page 06.2004 /Gestaltung/ Innovative Kommunikation

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