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WAZ: "Comiczeichner und Werbeexperte" (2016)


Der Comiczeichner und die Weißen Riesen Yps-Zeichner Tazl gestaltet Webseite für Hochhaus-Sprengung

16.12.2016 - 17:57 Uhr

Der „Weiße Riese“ an der Friedrich-Ebert-Straße in Hochheide soll im Spätsommer gesprengt werden..

Foto: Patrick Friedland / FUNKE Foto-Services

Duisburg-Hochheide. Rheinhauser Martin Tazl hat für die Stadt Duisburg eine Homepage zum Abbruch des "Weißen Riesen" in Hochheide gestaltet: www.diesprengung.de.

Der Rheinhauser Martin Tazl ist in seiner Heimatstadt und darüber hinaus bekannt durch Zeichnungen, die unter anderem im Yps-Heft abgedruckt sind. Neben Bildern in der Publikation für Kinder und Jugendliche veröffentlichte der 43-Jährige auch diverse Karikaturen in dieser Zeitung.

Die Frage, was er denn beruflich tut, könnte also hinlänglich beantwortet sein. Was allerdings nur zum Teil stimmt. Tazl zeichnet nebenberuflich, ernährt wird er quasi von der Werbebranche. Tazl baut unter anderem Homepages, sein jüngstes Werk „spielt“ um die Ecke: www.diesprengung.de.

Die Seite befasst sich mit dem bevorstehenden Ende des sogenannten „Weißen Riesen“ an der Friedrich-Ebert-Straße in Hochheide. Der 320 Wohnungen sowie eine große Tiefgarage umfassende Stahlbeton-Koloss ist abgängig. Auf der Homepage sind sämtliche an der Sprengung beteiligten Behörden und Firmen aufgelistet, dazu gibt es viele Fotos von den bereits im November gestarteten Abbrucharbeiten.

„Bis die Seite fertig war, hat es gerade einmal zwei Wochen gedauert“, sagt Tazl, in dieser Branche müsse es stets schnell gehen. Unter anderem können Nutzer der Seite zu einem Flug mit einer Drohne aufbrechen, die darauf montierte Kamera liefert außergewöhnliche Ansichten des Ex-Wohnturms. Zu sehen sind auch viele schwere Baumaschinen, unter anderem hat sich ein Spezialbagger bereits durch einen Großteil der Tiefgarage gefressen.

Fragen und Antworten

Fragen und Antworten rund um die bevorstehende Sprengung samt Entkernung, Entrümpelung und Schadstoffabtransport sind ebenfalls auf der Internetseite zu finden wie Fotos vom Bau der in den spätern 1960-er-Jahren als „Wohnen der Zukunft“ beschriebenen Türme. Ebenso haben auch einige Hochheider Bilder zur Verfügung gestellt. Bilder von damals, als es rund um die sechs Hochhäuser noch schön war...

Über die neue Seite will der Generalunternehmer Prangenberg und Zaum aus Düsseldorf und Viersen auch den wohl wichtigsten Fakt nennen: Den Tag der Sprengung. „Dieser Tag steht noch nicht fest“, sagt Homepage-Macher Tazl. Im ersten Quartal 2017 soll dieser Termin dann genannt werden, bei der Stadt geht man davon aus, dass der Riese an einem Wochenende im August oder September in sich zusammensackt.

Für viele Hochheider ist das eine Art Feiertag, so mancher sehnt das Ende der Schrottimmobilien nahezu herbei. Viele werden bestimmt auch live dabei sein, ist doch davon auszugehen, dass nicht nur die während der Sprengung evakuierten Hochheider zuschauen.

Sprengungen sind Zuschauermagnete

Sprengungen ähnlicher Dimension würden stets viele Schaulustige anziehen. Laut Marc Sommer, dessen Firma Rebuilding ist ebenso an dem Abbruch beteiligt, seien etwa bei einer Sprengung eines Innenstadt-Hochhauses in Hagen vor zwölf Jahren mehr als 50.000 Zuschauer vor Ort gewesen...


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