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(2004) WAZ


Werbung auf allen Kanälen: Duisburger Agentur hat Limp-Bizkit-Website gemacht

„Hi, ich bin der Manager von Fred Durst, hast du Lust die Website von Limp Bizkit zu machen?“ Ein Glück, dass Martin Tazl diese E-Mail im Sommer letzten Jahres nicht für einen schlechten Scherz gehalten und gelöscht hat.

Wer zur Hölle ist Fred Durst?, hat der 30-jährige Kommunikationsdesigner damals gedacht. Ach, nur der Frontmann der zur Zeit erfolgreichsten US-amerikanischen Rockband, haben Freunde ihm am Telefon verraten. Was sie nicht wussten: Durst ist auch ein leidenschaftlicher Internet-Surfer. Dabei ist er über die Designarbeiten des Duisburgers gestolpert.

Mittlerweile ist die zweite Version der von Tazl gestalteten Website (www.limpbizkit.com) im Netz und vor zwei Wochen hat er seine Auftraggeber zum ersten Mal getroffen, beim Konzert in Düsseldorf. Die haben sich bestimmt für die von Tazl entworfene weltweit erfolgreiche „Hate Campaign“ bedankt.

Dass Durst nicht nur zu den erfolgreichsten, sondern auch zu den meistgehassten Personen im Musikbusiness zählt, kommentiert der Rocker stets mit ausgestrecktem Mittelfinger, wo immer er eine Kamera findet. Tazls Idee: Fans können sich auf der LB-Website ein Banner ausdrucken, auf dem „It`s cool to be a hater“ steht.

An ungewöhnlichen Orten lassen sich nun wöchentlich Tausende mit ausgestrecktem Mittelfinger vor diesem Schriftzug fotografieren und schicken das Bild nach Duisburg.

„Mit einem Fingerschnipp kann man Menschen aus aller Welt erreichen“, ist Tazl von der Wirkung seiner Kampagne begeistert. Mit seinem Partner Ingo Thielen nutzt er in der frisch gegründeten Agentur TazlThielen jedoch nicht nur die Möglichkeiten moderner Kommunikationswege. Plakate, TV-Spots, Flyer - die beiden beherrschen ihr Handwerk.

Da sie Werbung made in Germany aber „langweilig“ finden, sind ihnen Aufträge aus dem Bereich Mode/Musik/Lifestyle am liebsten - „da wird verlangt, aus dem Rahmen zu fallen“.

-> www. tazlthielen.de

Rusen Tayfur

WAZ Nummer 73 Freitag, 26. März 2004


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